„Lasst uns von Budapest nach Istanbul spazieren!“ Richtung Osten führt die Ferhadija direkt in die osmanische Altstadt mit ihren Läden, Cafés und Minaretten. Der Muezzin ruft zum Gebet, es duftet nach Cevapcici und frischem Brot. Nur wenige Meter hinter uns liegt der Okzident mit seinen Prachtbauten und den Zwillingstürmen einer neugotischen Kathedrale. Wir wenden uns nach Süden und stehen vor der Lateinischen Brücke über den Fluss Bosna: Hier traf am 28. Juni 1914 eine Kugel den Habsburger Thronfolger Franz Ferdinand und riss die Welt in den Abgrund des Ersten Weltkrieges.
Goethe wusste, dass es die beste Bildung auf Reisen gibt. Einst galt Sarajevo als Jerusalem Europas: Kirchen und Moscheen prägen bis heute das Stadtbild. Die „Rosen von Sarajevo“ erzählen eine andere Geschichte. Sie erzählen die Geschichte von Hass und Tod, von Romeo und Julia, von 1425 Tagen Belagerung. Eine Rose von Sarajevo ist ein Ort des Gedenkens. Nur gute 20 Jahre später zeigt uns Sarajevo ein freundliches und sympathisches Gesicht.




















