Information zur Namensgebung

Geislingen an der Steige liegt als "Fünftälerstadt" (ca. 460 m über NN) inmitten der Schwäbischen Alb und ist umgeben von steilen bewaldeten Anhöhen. Die beiden Geislinger Gymnasien sind nach zwei markanten Erhebungen in ihrer näheren Umgebung benannt. Nach dem Berg mit der Burgruine der Grafen von Helfenstein das ältere "Helfenstein-Gymnasium" und nach dem Michelbergmassiv (in Karten auch als Michelsberg bezeichnet, bis zu 750 m über NN) südwestlich des Stadtteiles Altenstadt das 1977 fertiggestellte "Michelberg-Gymnasium".
Woher aber kommt der Name dieses Berges?
Manche vertreten die prosaische Auffassung, dass sich die Bezeichnung vom mittelhochdeutschen "michel = groß" herleite.
Nach anderer Auffassung rührt die Bezeichnung "Michelberg" von der ehemaligen Kirche des hl. Michael her. Auf einem wehrhaft ausgebauten nordöstlichen Ausläufer des Michelbergs lag über der mittelalterlichen Siedlung Geislingen (dem heutigen Stadtteil Altenstadt) eine wohl zu Beginn des 12. Jhd. entstandene romanische Kirche von beachtlichen Maßen: eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit einer Länge von 33 m, einer Breite von 21 m und einer Innenhöhe von 10 m. Zu groß für eine Dorfkirche, vielleicht einem Kloster zugeordnet und zeitweilig Station auf dem Weg der Pilger nach Santiago de Compostella. Diese Kirche nun war dem heiligen Michael geweiht - das Patrozinium ist seit 1396 nachweisbar - und diente als Pfarrkirche für Altenstadt. Im Jahr 1396 mussten die Grafen von Helfenstein den größten Teil Ihrer Herrschaft an die Reichsstadt Ulm verkaufen. Ab 1424 wurde unter Ulmer Herrschaft in Geislingen eine große Stadtkirche gebaut. Während Ulm die Reformation einführte, hielten die Geislinger am alten Glauben fest. Auf Anordnung des Ulmer Kirchenbaupflegeamts wurde die Basilika in Altenstadt 1582 großenteils abgerissen und in ein Pfarrhaus umgewandelt. Im Jahr 1959 schließlich wurde die Anlage zu einem Kinderheim ausgebaut. Heute sind am "Lindenhof" nur noch archäologisch interpretierbare Spuren der alten Kirche übrig. 


Klaus-Peter Podlech

 

Geschichte in aller Kürze

Trotz ständig steigender Schülerzahlen, die in Prognosen für den gymnasialen Bereich in Geislingen bereits 1968 festgestellt wurden, bedurfte es vieler Gespräche und Verhandlungen um dem Schulzentrum Altenstadt auf dem Gelände der alten "Spinne" zum Durchbruch zu verhelfen, zumal die städtischen Finanzen damals immer knapper wurden.
1974 wurde dann sowohl von Seiten des Kultusministeriums als auch von Seiten der Stadt dem Bau des zweiten Geislinger Gymnasiums zugestimmt. 1976 legte der Gemeinderat fest, dass der erste Bauabschnitt des Schulzentrums, zu dem Schubart-Realschule und Michelberghalle gehören, zunächst dem Gymnasium zugewiesen werden sollte. Im Schuljahr 1977/78 öffnete das nach einem in unmittelbarer Nähe befindlichen Berg (s.o.) benannte Michelberg-Gymnasium seine Pforten. Es nahm seinen Betrieb als mathematisch- naturwissenschaftliches Gymnasium mit den Sprachfolgen Englisch - Französisch, Französisch - Englisch und Englisch - Latein mit 30 Klassen, 850 Schülern/innen und 52 Lehrkräften auf.
Weitere Fächer und Kollegen/innen kamen hinzu, so dass sich im Laufe der Zeit die heutigen Profile und Züge herauskristallisierten.
Unser Gymnasium wird zur Zeit von 695 Schüler/innen besucht.

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